Ausfallhäufigkeit und Prüfung der Zündanlage

 

1. Limastator

Die Ladespule in der Lima lädt den Zündkondensator in der CDI. Sie hat bei allen Kickermodellen mit AC-CDI, durch die extreme thermische Belastung, die höchste Ausfallrate,

in Bezug auf die anderen Bauteile, denn zum Temperaturwechsel über das Motoröl kommt noch die interne Erwärmung, durch den Spulenstrom und die Kernerwärmung

durch Wirbelströme, hinzu. Dabei hat dickerer Spulendraht grundsätzlich einen niedrigeren Wirkwiderstand, somit eine geringere Erwärmung, höhere Reißfestigkeit und

die dickere Lackisolierung macht die Wicklung haltbarer gegen Windungsschlüsse! 

 

Varianten der Ladespule

XR600R (U-Modell), 2-Draht:  320Ω + - 10% 0,15 mm CuL- Draht 

230 - 270 Ohm, mit 0,17mm CuL- Draht.

Kern mit abnehmbarer Ladespule, hauptsächlich bis 87 verbaut, nur 70 W Wechselstromnetz.

Beide Wicklungen sind am Kern bei den meistens auf Masse geführt.

Es gibt allerdings bei dieser Variante welche, bei denen die Lichtwicklung intern nicht auf Masse gelegt ist, sondern 2polig herausgeführt ist.

Diese kann leicht mit einem Regelgleichrichter zum Gleichstromnetz und somit LED-Betrieb aufgerüstet werden!

 

Wechselstromnetz

 

Schaltplan mit Blinker!

 

Blinkgeber alter Bauart 12VDV und AC für 2x10W Birnchen

 

AC-Controller (Eigenbau)


Gleichstromnetz ohne Akku

 

XR 600R, 3 - Draht:  90Ω  + - 10%

2 Spulen in Serie, keine abnehmbaren Spulenkörper, Ladespule intern auf Masse.

Kern mit einer Kabelführung, für bestimmte Exportmodelle (UK, Australien) von 88 bis 92 verbaut!

Für Gleichstromnetz 70 W mit Ladegleichrichter. Beide Anschlüsse isoliert herausgeführt

 

Blinkgeber lastunabhängig 12VDC für Lämpchen und LED´s

Regelgleichrichter (Nachbau)

oder fertig + preiswert, nur  Stecker anpassen, leider ausverkauft!
Im Prinzip kann jeder Regelgleichrichter mit entsprechender Belastbarkeit und 2 oder 3 Eingängen (massefrei) verwendet werden.
Da unsere XR600R keine Batterie hat, muss am Ausgang ein Elko mit ca. 1000 Mikrofarad /40V parallel angeschlossen sein!
Beim Drehstrom RG mit 3 Eingängen bleibt dann 1 Eingang frei!
preiswerter Chinaregler


Gleich, und Wechselstromnetz ohne Akku

Bord Akku für GPS oder DC-CDI

XR 600R(B-Modell) Bj 86/87, XL 600, 4 - Draht:   290 - 350Ω (0,15mm)  oder  230  - 270Ω mit (0,17mm)

Die Beste, mit abnehmbarer Ladespule, für bestimmte Exportmodelle (Europa) von 88 bis 92 verbaut,

mit Gleich - u. Wechselstrom Netz, 150 W bei 5000UpM Gesamtleistung!

Ladewicklung und Lichtwicklung am Kern auf Masse geführt.

 

XR 600R, 5-Draht::     90Ω  + - 10%

2 Spulen in Serie, keine abnehmbaren Spulenkörper, mit 0,2 mm CuL.

ab 93 in alle Modelle eingebaut mit Gleichstrom-, u. Wechselstrom Netz, 150 W bei 5000UpM Gesamtleistung!

Ladespule am Kern auf Masse geführt.

 

XR 650R, 5-Draht::     90Ω + - 10%

2 Spulen in Serie, ohne abnehmbare Spulenkörper, 0,2 mm CuL.

Gleichstrom-, u. Wechselstrom Netz, 150 W bei 5000UpM Gesamtleistung!

Ladespule ist isoliert, 2-polig herausgeführt, Lichtwicklung einseitig an Masse gelegt!

Zündgeber mit integriert! Das Polrad hat einen anderen Innenkonus. Außen ist für den Zündgeber ein Eisenplättchen aufgeschweißt!

 

 

Fahren ohne Ladewicklung der Lima

 

Alle Kerne haben die gleiche 3er - Verschraubung sind aber in der Tiefe etwas unterschiedlich!

Ab BJ92 wurden die schlankeren 3 und 5 Drahtlima´s mit etwas anderem Polrad No: 31110MN1681 verbaut!

Unterschiede in den Schwungscheiben/Polrädern sind auch bei der XR650R wegen dem Zündgeber und bei der XR650L wegen dem Anlasserzahnkranz!

  

Lichtwicklung: 0,6 - 0,8 Ω, 0,8 - 0,95 mm CuL

4, 5 oder 6 Spulen phasenrichtig in Serie, bei der 4 Draht - Lima ist die Masse intern angeschlossen, bei 5-Draht-Lima sind beide Anschlüsse herausgeführt.

Isolationswiderstand >5 MΩ!

 

Gleichrichterwicklung: 1,1 bis 1,3Ω, 0,6 bis 0,8 mm CuL

4 oder 5 Spulen phasenrichtig in Serie, Isolation zur Masse > 5MΩ

 

Andere Statoren

 

Isolation und Durchschlagsfestigkeit

Bei älteren Lima´s ist die Kernisolierung durch Alterung rissig und muss erneuert werden!

Eine aussagekräftige Isolationsprüfung lässt sich nur mit einer angemessenen Prüfspannung durchführen. Dabei sollte für die

Prüfspannung der 10 - fache Wert der Betriebsspannung für die erforderliche Durchschlagsfestigkeit genommen werden!

Dies ist besonders bei neu gewickelten Ladespulen zu beachten, die ja bis zu 200VAC führen. Deshalb isoliere ich die Spulenkammern vor dem Wickeln, mit speziellem
Silikon und zusätzlich mit Teflonband. Nach dem Wickeln, wird mit 1,5 KV geprüft!  

 

Durch Materialermüdung können Haarrisse entstehen, die oft zu wärmeabhängigen Fehlern führen, denn Ölkohle und Metallabrieb in den Haarrissen,

können zu einem wechselnden Widerstand führen. Im Extremfall ist der Spulenwiderstand dann im Megaohm - Bereich.

Ebenso kann sich die Lackisolierung vom Spulendraht durch Temperaturwechsel und chemische Einflüsse zersetzen, das zu

Windungsschlüssen führen kann. Dabei verringert sich der Spulenwiderstand und natürlich die Ladespannung.

Diese Fehler zeigen sich oft erst im heißen oder im abgekühlten Zustand.

Bei der Widerstandsprüfung muss natürlich beachtet werden, dass der elektr. Widerstand bei Kupfer mit steigender Temperatur,

größer wird (PTC). Alle Widerstandswerte sind temperaturabhängig und auf 20°C bezogen.

Bei abweichender Temperatur gilt bei Kupferdraht: R t = R nominal * (1+ (3,92 * ΔT / 1000))

 

Beispiel:

R = nominal Ladespule (20°C) = 90Ω

Rt = (bei heißem Motor, Öltemperatur 110°C) = 121,7Ω

 

Prüfung von Wicklungen durch Resonanzmethode

 

Arbeitsweise der Lima

die Induktionsspannung wird durch Änderung des magnetischen Flusses des Polrades erzeugt.  Im Polrad (siehe Abb. oben) sind auf einem Teilkreis 6 Permanentmagnete mit ihren 12 Polen (N+S) integriert. Damit ergeben sich beim Motorlauf rotierende Magnetfelder mit unterschiedlicher Polarität.

Wie in den nachfolgenden Formeln ersichtlich, ist die Induktionsspannung [Uind] in erster Linie vom magnetischen Fluss [Ф] und damit von der Feldstärke [B] der Magneten und dem Querschnitt der Stromschleifen [A] bestimmt. In zweiter Linie von der Änderungsgeschwindigkeit der Magnetfelder und der Windungszahl der Spulen [n]:

U_{ind} = -n \cdot \frac{d \Phi}{d t} = -n \cdot \dot \Phi

Dabei ist n die Anzahl der Windungen der Spule. Wenn sich nun entweder das Magnetfeld ändert (schwächer oder stärker) oder die Fläche kleiner oder größer wird, ändert sich auch der magnetische Fluss. Diese Änderung wird durch die Ableitung nach der Zeit dargestellt und daraus ergibt sich die induzierte Spannung. Der Faktor -n gibt zum einen die Vergrößerung der Spannung an, je mehr Windungen eine Spule im Feld hat, und zum anderen im Vorzeichen die Lenzsche Regel, die besagt, dass der Induktionsstrom (bzw. die Spannung) immer der Ursache entgegenwirkt.

Zur Spannungsaddition müssen zusammen geschaltete Spulen in unserer Lima phasenrichtig gekoppelt sein!

 

 

Systemtester 

 

Spitzenspannungsprüfung

kann mittels einfachem Adapter beim Kicken durchgeführt werden.

Geht ganz schnell, nur Sitzbank runter, Limastecker (schwarz/rot) abziehen und Adapter anschließen

Dabei sollte, abhängig von Übung und Schmackes, eine Spitzenspannung  > 45VDC gegen Masse zu messen sein!

 

2. CDI

 

3. Zündspule, primär: 1/3 Ω, sekundär ohne Zündstecker: 3 kΩ, mit Entstörwiderstand im Stecker 7kΩ, Toleranz + - 10%.

 

4. Zündkerze, NGK DPR8EA9 hat einen internen Entstörwiderstand von 5kΩ!! Die ist für unseren Einzylinder gut billig und robust!

Die Isolation der inneren Elektrode ist bei der teuren Iridium-Kerze recht empfindlich auf mechanische Belastung,

es können schnell interne Haarrisse entstehen, die Verlust an Zündenergie für den Funken verursachen!

 

5. Masseverbindungen

 

6. Zündgeber: 360 bis 440Ω, bei getrenntem Stecker muss zur Masse der Isolationswiderstand >5MΩ sein!

 

 

      Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

 

    03.01.2017