Surfgrundlagen

 1. Windverhältnisse am Segel


Bei schnellerer Fahrt nimmt der Fahrt - und scheinbare Wind zu.

In Fahrt wirkt nur der scheinbare Wind im Segel. Je höher die Geschwindigkeit, desto flacher strömt die Luft über das Segel!

Zu flach verursacht Strömungsablösung und Verringerung des Quertriebes und damit weniger Antrieb.

Deshalb muß dann das Segel dichter geholt werden, oder der Surfer weiter abfallen, damit der Anstellwinkel für das Segelprofil wieder passt!

 


2. Kräfteverteilung am Rigg und Ableitung der Vortriebskraft am Wind

xy

Im Segeldruckpunk wirkt die Segelkraft im angeströmten Segel.

Die Segelkraft setzt sich zusammen aus den Kräften von Druck

im Segel und Sog auf dem Segelprofil.












xy

Im Lateraldruckpunkt wirken strömungsdynamisch Kräfte auf das Brett im Wasser,

abhängig von der Wasserlinie und der Finne.

Liegt der Segeldruckpunkt mit dem Lateraldruckpunkt auf einer senkrechten

 Linie so ist der Surfer im Trimm und surft geradeaus.

Wird das Rigg nach vorne geneigt so kommt der Segeldruckpunkt vor den

Lateraldruckpunkt und der Surfer fällt ab.

Wird das Rigg nach hinten geneigt so kommt der Segeldruckpunkt hinter den

Lateraldruckpunkt und der Surfer luvt an.

Wird der Mastfuß aus der Neutralen verstellt, wandert auch der Segeldruckpunkt 

zum Lateraldruckpunkt, wichtig bei großen Segeln. 

Wichtiger erscheint mir jedoch die Krafteinleitung vom Rigg auf das Board! Die vordere 

Position erlaubt bei wenig Wind bessere Höhe laufen, erschwert aber das Angleiten.









xy

Im Gleiten verschiebt sich der Lateraldruckpunkt durch die geänderte Wasserlinie nach hinten in den Bereich der Finne. 

Das Rigg ist nach hinten gelegt (close the Gap). Der Surfer steht über der Finne in den Schlaufen. 

Gesteuert wird nur noch über die Füße in den Schlaufen durch leichtes Verkanten des Board´s.
















Höhe fahren, bei wenig Wind ist gar nicht so einfach, wichtig:
-
bauchige Segel von Vorteil, also weniger  Vorliek- und Trimmschotspannung.  
-Jedenfalls sollte das Segel auch mit einem kleinen Pumpschlag gut umschlagen!
Nicht wundern, daß die alten bauchigen Segel besser ziehen!  
- passende Finne, bei viel Wind reicht noch ne kleine, bei wenig Wind brauchts ne größere, um die Abdrift zu minimieren.
-Mastfuß etwas nach vorne setzen, damit  greift mehr von der Leekante und die Abtrift wird verkleinert.
- Mastfuß belasten, das Board soll möglichts flach in Längs und Querachse liegen, auf keinen Fall Luvkante, eher etwas Leekante geben.
- Mast in der Querachse möglichst aufrecht führen.
- Rigg dichtholen und optimale Geschwindigkeit suchen, indem das Rigg etwas nach  hinten gestellt wird, damit wird etwas Luvgierigkeit erreicht.
- Auf den Trimm achten, Segeldruckpunkt muß zum Lateralpunkt passen, also Rigg nicht nach hinten überziehen!

- Wer von einer (fast) Flaute überrascht wird und dann noch einige Km aufkreuzen muß, wird sich vielleicht damit durchmogeln!

Bei Windstille hilft dann nur noch das Rigg auf´s Brett legen und  paddeln. Bei kurzen Boards und großen Segeln klappt das nicht, denn der Gabelbaum liegt am Heck nimmer auf!
Das Rigg liegt dann fast vollständig im Wasser und bremst ungemein. Da hilft nur noch , den Gabelbaum auf die unterste Stelle der Masttasche und Mastfuß ganz vor setzen!

3. meine Ausrüstung

Segel:

- Tiga Bump+Jump (5,5 m² mit 2 Camber)

- Arrows Aerial  (6,6 m² ohne Camber)  

- Neilpryde Solo (7,5 m² ohne Camber)      

- Neilpryde V6  (8 m² mit 2 Camber)

wichtig beim Trimmen der Segel:  immer auf dem Wind entsprechendes Loose Leech (Twist) durch die Vorliekspannung achten.
Mit der Trimmschotspannung wird die Segeltiefe getrimmt!  Rigganweisung vom Segel beachten!

Gabelbaum: Neilpryde bis 200  und Neilpryde bis 250 Boom
RRD 2010  160 bis 220
Ich montiere in knapp Schulterhöhe mit  Trapeztampen 24 - 26cm

Masten: 460 / IMCS 25 und 490 / IMCS 28

Board: BIC Techno Länge: 283 / Breite: 69 / Volumen: 152L / Gewicht 9,6Kg

Finnen, Trimmbox

- ART 36cm, gerade bis 6,0m²
- Maui Wave 28cm bis 6,6m²
- Leesacher  36cm  Chamäleon Seegras ab 6,6m²  bringt sie die besten Fahreigenschaften, dreht allerdings schlecht!
   Vorteil: wenig Tiefgang, große Fläche, wenig Flex! Durch die Schräge wandert der Druckpunkt nach hinten. Ich montiere deshalb die Finne 1 Spacer nach vorne!
- Leesacher  Freeride Duo  
39cm bis 8m²
- Select Freeride 46cm  bis 8m²

Finnenexplorer

Mastselector

Trapez:
Hüfttrapez von Neilpryde 3D Waist Pro, hat sogar ein kleines wasserdichtes Geldtäschchen an der Rückseite integriert!
Habe mich bisher immer mit einem billigen Sitztrapez rumgequält, der Haken  ist einfach zu tief, deshalb hatte ich immer Schwierigkeiten beim Ein/Aushängen
und zusätzlich musste ich immer den Gabelbaum relativ tief setzen!
Mit dem neuen Hüfttrapez passt alles, das sind Welten Unterschied!!!

Grundeinstellung Mastfuß:
Die Position ist erstmal, gem. Boardangabe, von der Segelgröße abhängig!
pauschal: obere Segelgröße Mastfuß nach vorne - kleinste Segelgröße Mastfuß nach hinten!
Darauf aufbauend die Wind / kursverhältnisse:
Höhe fahren Bei wenig Wind Mastfuß etwas vor trimmen
  Bei viel Wind Mastfuß etwas zurück trimmen
 Breitband   Bei wenig Wind  Mastfuß Mastfuß etwas vor trimmen
 Breitband   Bei viel Wind  Mastfuß etwas zurücktrimmen

Finne hinten

Maximum Speed – Board dreht schlechter

Finne Mitte

Mittlere Speed und Control

Finne vorne

Ausgleich Druckpunkt bei Chamäleon Seegrasfinne

Schlaufen fahren
Im Übergang beim Angleiten:

keine Luvkante geben, flach halten oder etwas Leekante geben und abfallen!

Mit steigender Geschwindigkeit Trapez einhängen, Rigg mehr nach hinten schwenken, close the Gap  und  in vordere Schlaufe gehen.

Schließlich mit hinterem Fuß in hintere Schlaufe, aber nicht belasten! Heck sollte nicht abtauchen  und sich damit festsaugen!

Das Gewicht hängt nun fast ganz über das Trapez im Rigg. Das Board ist damit stark entlastet, weil das Segel wie beim Flugzeugflügel mit trägt.

Der Wasserwiderstand wird sehr gering und die Speed und Spaßfaktor nehmen schlagartig zu!

Gesteuert wird nur noch durch Kanten des Brettes. 

Windänderungen durch Verlagern des Körpergewichtes auf wahlweise hinteren  oder vorderen Fuß ausgleichen, damit pendelt der Surfer am Haken

im Windloch nach vorne, in der Bö nach hinten., Segeldruck und damit Speed mit Segelhand regulieren!

Mit meiner Ausrüstung und Gewicht brauche ich allerdings  gute 3 Bft Wind!

Nur in den Schlaufen kann bei hoher Geschwindigkeit (Gleiten) der Surfer auf dem Brett einen sicheren Halt finden,

denn das Gewicht des Surfer´s lastet nicht mehr auf den Füssen, sondern hängt ja am Rigg.
Ohne Füße in den Schlaufen hätte man keinen richtigen Halt und bei Wellen oder Böen würde es einen gleich vom Board schleudern (Schleudersturz).

Vorfahrtsregeln

Rolf Grauer, 25.05.12