Mobile Ladeeinrichtung, wenn kein Netzanschluss verfügbar ist.

Mit dem Saisonkennzeichen ist meine Rockster ab November bis April im Winterschlaf.

Der Bedarf für das Laden der Motorradbatterie im eingebauten Zustand ist bei mir zufällig beim Durchlesen des Wartungshandbuches R1150R Rockster gekommen, demzufolge muss zum Ausbau der Batterie der Tank, 

Ölkühler usw. abgebaut werden. Eine Bordsteckdose aus dem BMW-Zubehör war schnell eingebaut, aber es fehlte in unserer Tiefgarage bzw. Winterquartier wie üblich ein Netzanschluss!

Ohne Nachladen der Batterie würde das unmittelbar zur langsamen Entladung führen, denn Selbstentladung, Borduhr und Steuergeräte ziehen ständig etwas Strom aus der Batterie. Halbleere Batterien über Monate abgestellt sulfadisieren und bekommen irreparable Schäden, die Verwunderung kommt dann im Frühling!

Alle 4 Wochen wird mit dieser Ladeausrüstung die Batterie nach der bewährten UI -Ladekurve wieder nachgeladen (ca. 4 bis 6 Ah).
Mit einem Ladestrom von max 1,5A ist der Bord-Akku, abhängig von der Kapazität, in einem Tag  wieder nahezu voll.
Der Ladeschluss ist  siehe Ladekurve geregelt .  Zur Schonung des Spender Akkus  trenne ich nach ca. 24h die Ladung.  Dann sollte auch eine Autobatterie wieder voll sein! Zur Ladung einer Autobatterie empfehle ich mindestens die gleiche Größe des Spender Akkus! Als Spenderakku habe ich nun keine Starterbatterie mehr, sondern einen Intact Block Power mit 24Ah c20 angeschlossen. Der ist für den mobilen Ladebetrieb besser geeignet, sollte aber mittels  Batterieschutz vor Unterladung geschützt werden!
Der Spender Akku kann bequem mit einem herkömmlichen Ladegerät im eigenen Bereich wieder aufgeladen werden.  

 

 

Dieser Aufwärtsregler für Normal und Gelakku kann recht kompakt aufgebaut werden und wird einfach an einen Spenderakku  angeschlossen. Die Kapazität des Spender Akkus sollte mindestens so groß wie der zu ladende Bord Akku sein. Akkus für z.B. Notstromgeräte sind von Vorteil und halten länger als Starterbatterien.

Der Aufwärtsregler wird mit R2 auf 17V eingestellt. Damit hat der Laderegler PB137 genügend Eingangsspannung für 1,5A Ladestrom. 

Das Anschwingverhalten ist auch unter Volllast bestens, bei Fertiggeräten hatte ich immer wieder Probleme.

Diese Netzentstördrossel FED100u gibt’s fertig bei Reichelt, und hat genau 100 µH,
oder mit besserem Ringkern selbst gewickelt: 85 Windungen mit 0,6 bis 1mm CuL auf Ringkern Amidon T157-2 auch von Reichelt!
Die Schottkydiode 1N5821 kann auch mit der 1N5822 ausgetauscht werden!

Mit der Umschaltung können 2 unterschiedliche Ladespannungen für Säure oder Gelakku abgegeben werden.

Durch die geringe Verlußtleistung des Wandlers, reicht für das IC LM2577 ein kleiner Kühlkörper (8K/W), der PB137 braucht als Linarregler mehr Kühlfläche (4K/W).

Der PB137 ist Kurzschluss fest und somit betriebssicher! Die Diode über dem Linearregler PB137 schützt das IC vor dem Rückwärtsstrom, wenn z.B. der Bord Akku angeschlossen wird, das Ladegerät aber noch stromlos ist!

Die  Platine habe ich in ein kleines Kunststoffgehäuse gebaut und als Doghouse mit Doppelklebeband an den Spenderakku geklebt.  

Der Vorteil: kann sehr preisgünstig und kompakt aufgebaut werden!  

Die Möglichkeiten sind vielfältig - denkt aber immer an die Betriebssicherheit, denn das ganze Geschäft spielt sich wie bei mir 

in der Tiefgarage ab und ein Kabelbrand im Auto o. ähnliches hätte schlimme Folgen!

 

Dieser Batterielader IMAX B6 hat alle erforderlichen Optionen, sogar eine Überwachung/Abschaltung des Spender Akkus bei Unterspannung und ist sehr preiswert!

Achtung: Die Ladeschlußspannung ist für Bleisäureakku´s (6S) fest auf 14,76V ausgelegt und somit für Blei-Gelakkus´s ungeeignet!

 

Eine weitere kostengünstige Variante ist der Betrieb eines herkömmlichen Ladegerätes über einen Wechselrichter am Akku z.B. MCI 100 von Fa. Conrad für 28,45€

 07.03.2017, Rolf Grauer