Rolf Grauer,                                                                                                             16.02.2008

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Leserbrief zum Leitartikel „Große Aufregung über die Schule“ in der Ausgabe AZ Nummer 40 vom 16. Februar 2008

 

 

Dem Kommentar schließe ich mich an und setz noch einen drauf, denn warum muß der Lernstoff in einen so gepressten Zeitrahmen gedrückt werden, da ist doch der Lernstress vorprogrammiert.

Für Bayern zähle ich heuer 63 Ferientage, dazu kommen noch einige `extra` Feiertage hinzu. Man kann natürlich das Pferd von hinten aufzäumen und sagen, Schüler und Lehrer brauchen wegen dem Schulstress viele Ferientage zur Erholung.

Sieht man es reell, dann specken wir mal in Gedanken die Ferientage auf ein vernünftiges Maß herunter und verteilen den Lernstoff auf die verbleibenden Unterrichtstage. Wenn dann noch der Lehrstoff auf einen zeitgemäßen Inhalt gebracht wird, ist schon viel gewonnen.

Wer nun sagt, die Lehrer brauchen Studienzeit für Fortbildung; die braucht doch heutzutage jeder Arbeitnehmer und Selbständiger. Ein einfacher Mechatroniker kann

doch auch nicht auf seinem Schulwissen sitzen bleiben und muß auf seine Weiterbildung oft selber bedacht sein und hat doch auch nur, abhängig vom Alter,

4 bis 6 Wochen Urlaub. Natürlich hat die Schüler-Elite  kein Problem mit der Schlagzahl im Unterricht, die freuen sich auch auf ihre Freizeit , während die anderen mit ihren Hausaufgaben überfordert sind.

Viele Lehrer sehen sich doch nur noch als Lehrstoffvermittler, orientieren sich nur an ihren besseren Schülern und haben allenfalls schon ihre nächste Studienreise im Sinn.  Wer ihr Soll nicht erfüllt bleibt auf der Strecke oder bekommt vermittelt, die Schule zu wechseln. Die Probleme haben doch primär die Mehrheit der Schüler, insbesondere  Migrantenschüler mit Sprachproblemen, die mit dem eng gepackten und überladenen Stoff nicht mehr zurechtkommen oder gar scheitern.

Man spricht soviel über Gewalt an den Schulen, mir ist klar, daß aus der jetzigen Situation, viel psychosozialer Stress entsteht, manche werden dadurch krank, die anderen reagieren sich auf vielfältige Weise mit Gewalt, Alkohol und Drogen ab.

Ich möchte heutzutage auch kein Lehrer in bestimmten Hauptschulklassen sein, wo einige Quertreiber den Unterricht stören und überhaupt keinen Sinn mehr am Lernen sehen.

Lernstoff kann doch für Schüler und Lehrer am besten vermittelt werden, wenn nicht zuviel Zeitdruck und Leistungsstress vorhanden wäre, damit könnte sich auch wieder Freude am Lernen und Motivation für Schüler und Lehrer einstellen. Sollen unsere Lehrer nicht auch Vorbild und anteilig Erzieher sein?

Es ist doch für unseren  Staat  und Gesellschaft wichtig, daß unsere Kinder beschwerdefrei und gut motiviert für ihr Leben und Berufswelt vorbereitet werden, denn sie sind unsere Zukunft, 

Rolf Grauer