Rolf Grauer,                                                                                                             17.07.2007

Ulmerstr.21

87700 Memmingen

 

 

 

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,

 

ich möchte in Anbetracht der großen Kritikwelle, die Ihnen nun wegen Ihrer

Vorschläge zur inneren Sicherheit entgegenschlägt, mein Respekt aussprechen und

meine Gedanken dazu mitteilen, die ich bereits als Leserbrief der Allgäuer Zeitung gesendet habe.

 

Hier im Klartext:

Es sollte sich niemand nur deshalb in Sicherheit wiegen, weil der Terror durch die RAF schon lange zurück liegt und die radikale El Kaida doch uns `allzu toleranten und einfühlsamen Deutschen` schon verschonen würde.  Wer heute noch glaubt, daß die radikalen Hassprediger mit ihren Handlangern ihre terroristischen Ziele nur außerhalb unseren Landes sieht, hat sich getäuscht. Wir sind vermutlich nur deshalb bisher verschont geblieben, weil  es aus ihrer Sicht noch größere Gegner ihrer Ideologie gibt. Alle angegriffenen Länder haben der Lage entsprechend reagiert und Maßnahmen zur Erhaltung der inneren Sicherheit getroffen, das gehört längst zum Alltag in ihrem Land.

Wer glaubt Terroristen sind primitive Selbstmörder, liegt leider falsch, denn es sind meist intelligente und unscheinbare Extremisten, Spezialisten in Logistik, Internet- und Computertechnik. Schmutziges Geld z.B. aus dem afghanischen Drogenhandel ist ja reichlich vorhanden. Damit steht unseren Ermittlungsbehörden große kriminelle Energie, gepaart mit hoher Intelligenz, dieser globalen Macht gegenüber, wobei sie mit ihren bescheidenen Mitteln und Möglichkeiten, das Nachsehen haben und viel zu oft die Typen unbehelligt bleiben.

Herr Schäuble hat völlig Recht, wenn er in seiner Verantwortung als Bundes-innenminister nicht blauäugig, aus parteipolitischen Gründen weiterhin auf  Glück und Verschonung hofft.

Manchmal erscheinen mir unsere linken Politiker wie ein Hühnerhaufen, die schon die nächsten Wahlen vor Augen haben oder stur ihrem Parteiprogramm Folge leisten.

Sollte wirklich ein Anschlag bei uns vorkommen, was ich nicht hoffe, so kommen natürlich die klugen Sprüche“ warum hat die Regierung nicht reagiert, die sind doch in der Pflicht“.  Auch da meine ich, ist von allen Politikern, egal welcher Partei, Augenmaß gefordert.

Warum sollte ein Terrorist unmittelbar vor einem Anschlag nicht durch einen Scharfschützen vom SEK o. GSG 9 getötet werden, um wiederum so viele Menschenleben zu retten? Man denke sich nur die schlimme Situation von terroristischen Flugzeugentführungen, mit dem Ziel  Kernkraft, - o. Chemiewerke zu zerstören. In solchen Situationen sollte nicht mehr viel debattiert werden müssen, sondern direkte Order an die Luftwaffe erfolgen, die mit Jagdflugzeugen durch Abdrängen, oder wenn nicht anders möglich, die große Gefahr durch Abschüsse beseitigt wird.

 

Klar, wer will schon bei flächenweiten Ermittlungen, daß sein Telefon o. sein Computer bei Bedarf angezapft  u. durchforstet wird. Jeder preist den Datenschutz!

Diesen Freiraum und Deckung nutzen leider die Terroristen und Kriminelle schamlos aus. Wenn ich ehrlich bin und nichts zu verbergen habe, gebe ich gerne für höhere

Sicherheit, was vom Datenschutz ab. Ist doch oft auch thematisiert.

Wie liberal wird heutzutage freiwillig mit dem Bankeinzug umgegangen?

Ich stehe zu unserer freiheitlichen Grundordnung und Demokratie, jedoch muß für deren Fortbestand unter geänderten globalen Einflüssen, reagiert werden.

Die Väter unseres Grundgesetzes konnten es noch nicht ahnen welche Bedrohungen noch auf uns zukommen werden.

Ich bin froh, daß es noch Politiker wie Schäuble und sein Vorgänger Schily gibt, die zu ihrer politischen Verantwortung stehen, Augenmaß beweisen und auch wichtige, Entscheidungen, selbst wenn sie unpopulär sind, für unseren Staat treffen.

 

 

Dass unser Herr Bundespräsident an Ihnen ebenfalls seine Kritik ausgesprochen hat, werte ich als Beruhigung von unserem linken Koalitionspartner, der zur Zeit wahrlich Mühe hat sein Image zu erhalten und das Regieren sehr erschwert,

 

hochachtungsvoll,

Rolf Grauer.